By Published On: 12/01/2026Categories: , ,

Beratungsmodul: Kommunale Wärmeplanung (KWP) gemäß Wärmeplanungsgesetz (WPG)

Die Kommunale Wärmeplanung (KWP) ist gemäß Wärmeplanungsgesetz (WPG) sowie den jeweiligen Landesausführungsgesetzen für Städte und Gemeinden verpflichtend. Ziel ist die systematische, technologieoffene und langfristige Planung der Wärmeversorgung, um bis spätestens 2045 eine treibhausgasneutrale Wärmeversorgung zu erreichen.

aastrix unterstützt Kommunen bei der vollständigen, rechtssicheren und umsetzungsorientierten Erstellung der Kommunalen Wärmeplanung – datenbasiert, transparent und anschlussfähig für spätere Investitions- und Umsetzungsentscheidungen.

Die Kommunale Wärmeplanung dient nicht der direkten Projektumsetzung, sondern der strategischen Planung und Entscheidungsfindung. Sie schafft Klarheit über:

  • den aktuellen und zukünftigen Wärmebedarf
  • mögliche Wärmeversorgungsoptionen
  • geeignete Gebiete für zentrale und dezentrale Versorgung
  • Prioritäten, Zeitachsen und Transformationspfade
  • die Rolle von Kommune, Versorgern und privaten Akteuren

Die Ergebnisse sind rechtlich unverbindlich für Einzelne, aber verbindliche strategische Grundlage für Verwaltung, Politik und kommunale Beteiligungen.

In folgender Gliederung kann der Plan ausgearbeitet werden:

  • Bestandsanalyse: Wesentlicher Bestandteil des KWP-Projektrahmens ist die Erhebung und Strukturierung des aktuellen Wärmeversorgungssystems:

    • End-Energieverbräuche Wärme (Haushalte, GHD, Industrie)
    • Gebäudetypologien und Baualtersklassen
    • Bestehende Wärmenetze und Erzeugungsanlagen
    • Energieträger (Gas, Öl, Biomasse, Strom, Fernwärme)
    • kommunale Liegenschaften
    • relevante Infrastruktur (Strom, Gas, Abwasser)
    • Methodik
    • Nutzung statistischer Daten
    • Georeferenzierte Auswertung (GIS)
    • Plausibilisierung und Aggregation auf Quartiersebene
  • Potenzialanalyse: Identifikation erneuerbarer Wärmequellen (Solarthermie, Geothermie, Biomasse, Abwärme, Großwärmepumpen), Analyse der Möglichkeiten zur Sektorkopplung (Strom-Wärme, Abwärme-Einspeisung), wirtschaftliche Bewertung der Optionen. Technologieoffene Bewertung verfügbarer Wärmequellen

    • Umweltwärme (Luft, Erde, Wasser)
    • Abwärme (Industrie, Gewerbe, Abwasser)
    • Solarthermie (Dach & Freifläche)
    • Biomasse (nachhaltige Potenziale)
    • Strombasierte Wärme (Wärmepumpen)
    • Wasserstoff (nur wo systemisch sinnvoll)

     

    Bewertungskriterien:

    • technische Verfügbarkeit
    • Flächenverfügbarkeit
    • Nachhaltigkeit & Emissionswirkung
    • Wirtschaftliche Plausibilität
    • Skalierbarkeit & Resilienz

     

    aastrix addon:

    Wir berücksichtigen disruptive Trends und Potenziale aus digitalen Infrastrukturen, Abwärme aus EdgeDatacentern und Hocheffizienzquellen wie Brennstoffzellen mit systemübergreifenden Potenzialen

  • Zielnetzplanung (Soll-Zustand) und Szenarien: Definition des Zielnetzes mit Trassenverlauf, Erzeugungspunkten und Speicherstandorten, Festlegung der Ziel-EE-Anteile pro Ausbaustufe und technischer Standards sowie Effizienzvorgaben. Entwicklung mehrerer Transformationsszenarien:

    • kurz-, Mittel- und Langfristperspektive (2030 / 2035 / 2045)

    • Vergleich zentraler vs. dezentraler Versorgungsansätze

     

    • Rolle von Wärmenetzen vs. Einzelversorgung
    • Abschätzung von Investitionsbedarfen (aggregiert)
    • Auswirkungen auf Emissionen und Energiebedarf

     

    Ergebnis: Zielbild der zukünftigen Wärmeversorgung, Transparente Entscheidungsgrundlage für Politik und Verwaltung

  • Meilensteinplanung: grundsätzliche Gebietseinteilung in Machbarkeitsklassen mit Abgrenzung von:

    • voraussichtlichen Wärmenetzgebieten
    • Gebieten für dezentrale Einzelversorgung
    • Prüfgebieten mit weiterem Klärungsbedarf

     

    Hinweis: Die Gebietseinteilung stellt keine Anschluss- oder Umsetzungsverpflichtung dar, sondern dient der strategischen Orientierung.

  • Umsetzungsstrategie & Maßnahmenplan: Priorisierung von Handlungsfeldern und Gebieten, Ermittlung von kritischen Pfaden und Hindernissen, Erstellung Roadmap mit zeitliche Einordnung von Bau-Maßnahmen

    Empfehlungen für:

    • vertiefende Machbarkeitsstudien
    • Fördermittelanträge
    • Organisations- und Betreibermodelle

     

    Schnittstellen zu:

    • kommunalen Projekten
    • Stadtwerken und Versorgern bzgl. Mitverlegung und Kapazitäten
    • Wohnungswirtschaft
    • relevanten privaten Akteuren
    • Fördermitteln
    • Entwicklung der gesetzlichen Anforderungen
  • Digitalisierung&Datenmanagement: Entwurf von Plattformen zur Datengewinnung, Verarbeitung und Formatierung

    • GIS-basierte Planung
    • dokumentierte Datenquellen & Annahmen
    • revisionssichere Modellierung
    • übergabefähige Datenformate
    • Vorbereitung für Fortschreibung & Monitoring
  • Finanzierung & Fördermittel: Darstellung von Investitionsvolumen, Finanzierungsquellen (Eigenkapital, Fremdkapital, Fördermittel), Auswahl geeigneter Betreibermodelle (PPP, Konzession, Minderheitsbeteiligung, Genossenschaftsmodell),
    Wirtschaftlichkeitsberechnungen (LCOH, Amortisationszeit)
  • Rechtliche & organisatorische Umsetzung: Anpassung kommunaler Satzungen und Wärmeversorgungskonzepte, Vertragsmodelle für Anschluss- und Benutzungszwang, Aufbau Governance-Struktur,

    Unterstützung bei:

    • interner Verwaltungskoordination
    • strukturierte Dokumentation der Ergebnisse
    • übergabefähige Unterlagen für Beschlussfassungen
  • Kommunikation & Beteiligung: Transparente Bürgerinformation und Beteiligungsprozesse, Beteiligung lokaler Unternehmen und Handwerksbetriebe, Regelmäßige Fortschrittsberichte an Gemeinderat und Öffentlichkeit,

    Unterstützung bei:

    • politischer Gremienarbeit
    • öffentlicher Kommunikation
  • Monitoring & Anpassung: jährliche Evaluierung der Zielerreichung (EE-Anteil, CO₂-Reduktion, Kosten), Anpassung des Transformationspfads bei geänderten Rahmenbedingungen, Integration neuer Technologien

Gesetzliche Anforderungen und Rahmenbedingungen

  • Wärmeplanungsgesetz (WPG) – seit 2024:

    • verpflichtet Großstädte (> 100.000 Einwohner) bis zum 30. Juni 2026 bzw. kleinere Kommunen (≤ 100.000 Einwohner) am 30. Juni 2028 den Wärmeplan vorzulegen
    • Inhalte: Bestandsanalyse, Potenzialanalyse, Zielszenario, Transformationspfad, Maßnahmenplan
    • Fördermittel: Bund unterstützt über die Kommunalrichtlinie und Länderprogramme
  • Gebäudeenergiegesetz (GEG)

    • ab 2024: Neue Heizungen müssen zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden, sofern ein kommunaler Wärmeplan vorliegt

    • schafft Marktdruck für Nah- und Fernwärmenetze als Versorgungslösung

  • Bundesförderung effiziente Wärmenetze (BEW) :

    • fördert Neu- und Ausbau von Wärmenetzen, die zu mind. 75 % mit erneuerbarer Wärme gespeist werden
    • Förderquote bis zu 40 % der Investitionskosten
  • Klimaschutzgesetz (KSG):

    • Sektorenziele für Wärme & Gebäude – Kommunen tragen Verantwortung zur Umsetzung vor Ort

Vorteile für die Kommune aus der Zusammenarbeit mit aastrix

  • Transformationsplan konkretisiert die Maßnahme für die Operationalisierung der kommunalen Wärme- und Klimastrategie: aastrix und sein Ecosystem treiben das Thema im Rahmen der Projektentwicklung im Sinne der Kommune und Bürger voran

  • Fachlich fundierte Wärme- und Infrastrukturanalyse: aastrix erfasst den Ist-Zustand detailliert, bewertet Potenziale erneuerbarer Wärmequellen und erstellt belastbare CO₂-Bilanzen als Grundlage des Transformationsplans

  • Rechtssichere und förderfähige Planung: Integration aller relevanten gesetzlichen Anforderungen (WPG, GEG, BEW) und Ausrichtung der Planung auf maximale Förderquote
  • Wirtschaftlichkeits- und Finanzierungsmodelle aus einer Hand: Erstellung von LCOH-Berechnungen, Szenarienvergleichen und passgenauen PPP-Finanzierungsstrukturen inklusive Fördermittelintegration

  • Strategische Umsetzungsvorbereitung: Ableitung eines realistischen Transformationspfads mit Meilensteinen, Zeitplan, Stakeholder-Beteiligung und Entscheidungsgrundlagen für den Gemeinderat bis hin zur tragfähigen Projektsteuerung für ein höchst komplexes Vorhaben